Adobe Lösungen für Finanzinstitute

Formularentwickler und Berater Erik Schütter im Interview

Durch den Einsatz von Adobe LiveCycle Lösungen für Finanzinstitute werden auf Basis bestehender IT-Infrastrukturen Kunden besser bedient, interne Prozesse rentabler gestaltet und die Endanwender funktional besser unterstützt.
Ein großes deutsches Finanzinstitut hat im letzten Jahr strategisch entschieden ihr Formularwesen auf die Adobe LiveCycle Technologie umzustellen und damit auf den neusten Stand der Technik im Formularmanagement zu bringen.
Ein ACT Projektteam verantwortet unter Führung von Adobe Systems die Migration bestehender „Alt“-Formulare, die mit der JetForms Technologie erstellt wurden, auf Adobe LiveCycle Technologie. Darunter auch Erik Schütter, Formularentwickler in diesem Projekt und Interviewpartner der ACT im Oktober.

ACT-online: Wie war Ihr Werdegang vor der Arbeit für die ACT?

Von Oktober 1988 bis Oktober 1995 habe ich Psychologie studiert und mit Diplom abgeschlossen. Später folgte eine Umschulung zum staatlich geprüften Informatikassistent in der Softwaretechnologie am b.i.b. Bergisch Gladbach.

ACT-online: Wie sind Sie dann schließlich ins Unternehmen gekommen?

Kennengelernt habe ich die ACT bei einer Unternehmenspräsentation am b.i.b. Anfang 1999. Durch gegenseitiges Interesse im Rahmen der Präsentation nach Abschluss der Ausbildung am b.i.b. Bergisch Gladbach im März 1999 habe ich direkt danach bei der ACT IT-Consulting & Services AG angefangen.

ACT-online: Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit für die ACT?

Begonnen habe ich mit einer fundierten Java-Ausbildung im Hause der ACT unter Leitung von Ulrich Steck. Meine erste Aufgabe war die Mitarbeit in einem Projekt zur Erstellung eines Generators für komfortable Java-Clients zur Bedienung des Host-Backends bei der Oedav (später ISIS Papyrus).
Dort war ich zwei Jahre tätig und hatte in der Folge weitere Projekte zum Thema Hostintegration, auch mit der Software Jacada. Darauf folgten weitere Projekte im reinen Java-Umfeld, zunehmend auch im Bereich J2EE-Anwendungen.
Zuletzt war ich in einem Projekt der Bundeswehr beschäftigt, das sich um die Erstellung und Wartung einer Webanwendung kümmert, die für das Logistikzentrum der Bundeswehr Transportanforderungen erfasst und über eine definierte Schnittstelle an das datenführende SAP-Backend-System überträgt.

ACT-online: Seit fast einem Jahr sind Sie jetzt in einem Formular Migrationsprojekt bei einem großen deutschen Finanzinstitut tätig. Wo liegen dort Ihre Schwerpunkte?

Dort arbeite ich als Formularentwickler und vertretungsweise auch als technischer Teilprojektleiter in einer komplexen Anwendungslandschaft des Finanzinstitutes im Rahmen des Formularmanagements.
Neben der reinen Entwicklungstätigkeit gibt es regelmäßige Workshops und Entwicklertreffen sowie kontinuierliche Kundenkontakte zur Absprache von Detailanforderungen und Änderungswünschen seitens der Bank.
Ziel des Projektes ist es, bestehende “Alt”-Formulare, mit der JetForms-Technologie erstellt, auf den aktuellen Stand elektronischer Formulare mit der Adobe LiveCycle Technologie zu migrieren. Das Projekt ist aufgrund der großen Anzahl zu migrierender Formulare in mehrere Phasen, so genannte Tranche, eingeteilt.

ACT-online: In Ihrer Arbeit geht es darum, das Online-Formularwesen an die Adobe LiveCycle-Technologie anzupassen. Welche Vorteile bringt diese Technologie , dass man dort den Aufwand der Umstellung betreibt?

Die neue Technologie erlaubt eine wesentlich effizientere Programmierung und eine reichhaltigere funktionale Unterstützung des Endanwenders. Darüber hinaus stellt sie den aktuellen Stand des elektronischen Formularwesens dar, während die JetForms-Technologie als veraltet anzusehen ist. Die LiveCycle-Technologie verwendet die mittlerweile zum Standard gewordenen Serverprozesse von Java J2EE und kommt im Gegensatz zu ihrem Vorgänger ohne zusätzliche Laufzeitkomponenten wie ActiveX-Controls im Browser aus.

ACT-online: Das Projekt befindet sich schon in einer fortgeschritten Phase und Tranche 1 ist bereits abgeschlossen. Welche Arbeiten haben sich aus dieser Einstiegsphase ergeben?

Tranche1 diente der Evaluierung und Machbarkeitsanalyse und umfasste ca. 86 Formulare bestehend aus einer repräsentativen Zusammensetzung der verschiedenen Formulartypen. Darunter AGBs, Briefe sowie Input- und Kassenformulare.

ACT-online: Welche Kriterien liegen der Machbarkeitsanalyse hier zugrunde?

Um allen Formulartypen ein einheitliches Aussehen zu verleihen, wurden anhand der Formulare aus Tranche1 Layoutprototypen und Styleguides entwickelt, die dann als Vorgabe für weitere Formulare des jeweiligen Typs dienen. Des Weiteren wurden allgemeine Funktionalitäten in die Formulare eingebaut um zeigen zu können, dass alle funktionalen Anforderungen an die jeweiligen Formulare mit der neuen Technologie abgebildet werden können.

ACT-online: Um welche Funktionen handelt es sich dabei?

Ein lokal gespeichertes Formular erhält beim Öffnen ein Wasserzeichen “Aktenkopie”, um dieses online und als gedruckte Version, als gespeichertes und damit eventuell nicht mehr aktuelles Formular zu kennzeichnen. Zu den eingebauten Funktionalitäten zählen beispielsweise diese Wasserzeichenfunktion, einheitliche Funktionsbuttons, das Speichern und Laden der im Formular eingegebenen Daten und eine Ausfertigungssteuerung. Sowohl die Layout-Styleguides als auch die Funktionen wurden durch die Fachseite des Finanzinstitutes einer gründlichen Kontrolle und verbindlichen Abnahme unterzogen, um den Funktionsumfang und das Aussehen der Formulare so genau wie möglich festzuschreiben.

ACT-online: Aktuell sind Sie in der zweiten Phase, also Tranche 2. Welche Schritte müssen hier weiter getan werden?

Die aktuell laufende Tranche2 umfasst ca. 230 Formulare, die bis Ende erstes Quartal 2009 umgesetzt sein sollen. Im Einzelnen sieht die Arbeit so aus:
Der technische Projektleiter teilt die zu migrierenden Formulare in einzelne Arbeitspakete auf und weist diese den Entwicklern zu. Diese erstellen eine erste Version, die sie in Ihrer lokalen Entwicklungsumgebung testen und nach erfolgreichem Abschluss an eine dedizierte Formulartesterin aus dem Team übergeben. Diese testet die Formulare dann vor Ort in der Entwicklungsumgebung der Bank und schreibt Ihre Bemerkungen und mögliche gefundenen Fehler in ein Testprotokoll, welches der Formularentwickler zusammen mit dem zugehörigen Formular erneut bearbeitet. Das nennen wir „Reifetest-Zyklus“.

ACT-online: Und nachdem dieser Reifetest bestanden wurde?

Dann folgt noch ein letzter Abnahmetest durch das Finanzinstitut. Tauchen hier keine weiteren Kritikpunkte oder Fehler auf, bekommt das Formular den Status “abgenommen” und wird in die Produktionsumgebung überführt. Ansonsten kommt es zu einem weiteren Bearbeitungszyklus.
Auf diese Weise werden nach und nach alle zur Migration ausstehenden Formulare in die Produktion überführt.
Die ACT hat erstmals für dieses Projekt eine Versionsverwaltung aufgesetzt und hostet diese mit großem Erfolg für das gesamte laufende Projekt.

ACT-online: Inwiefern ist eine Versionsverwaltung sinnvoll?

Die Versionsverwaltung, ein renommiertes und weit verbreitetes Open Source Produkt namens Subversion, speichert die komplette Änderungshistorie jedes einzelnen Dokumentes und Formulars. Dazu gehören Informationen über den Änderungszeitpunkt, den Urheber und der Änderung.
All diese Informationen sind über eine verschlüsselte Internetverbindung einstell- und abrufbar. Im Projekt kann man also von jedem Arbeitsplatz aus arbeiten, der über eine Internetverbindung verfügt und jede Änderung ist sofort nach der Veröffentlichung für alle übrigen Projektmitarbeiter abrufbar. Das erleichtert die Arbeit für ein auf verschiedene Standorte aufgeteiltes Team enorm und erlaubt eine gezielte Kontrolle der Änderungen und Auslieferungsstände der Formulare und begleitenden Dokumente wie beispielsweise Test- und Fehlerprotokolle.

ACT-online: Ihr Resumeé über das vergangene Jahr in diesem Projekt?

Aktuell läuft die Tranche2 und liegt was die Anzahl umzusetzender Formulare angeht recht gut im Plan. Das Projekt ist aufgrund seiner Komplexität und der Vielzahl an verschiedenen Mitarbeitern äußerst interessant und herausfordernd.
Nicht zuletzt durch die Mitarbeit im Projekt und das zur Verfügung stellen einer serverbasierten und remote benutzbaren Versionsverwaltung ist die ACT in der Lage, sich gut in diesem und für eventuell folgende Projekte und ähnlich gelagerten Umfeldern zu positionieren.

ACT-online: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schütter.

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